Hamburger Engelsaal - Das Theater der leichten Muse

Engelsaal-Logo2009-RGB4c.png
Valentinskamp 40-42, Hamburg, Deutschland
40 Valentinskamp Hamburg Hamburg 20355 DE

Der Hamburger Engelsaal und seine Geschichte

Als vor 150 Jahren in Paris Jacques Offenbach sein erstes Operettentheater eröffnete, wurde im Hamburger Engelsaal schon fast 50 Jahre Theater gespielt. Es war die legendäre Witwe Hantje, die als Wirtin des damaligen Ausflugslokales „Hotel de Rome“ am Valentinskamp zwischen Bürgermeistergärten und Gängeviertel ihr Gesellschaftshaus um einen Theatersaal erweitern wollte.

Das Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Haus lag zwischen dem Hamburger Nationaltheater am Gänsemarkt und dem Theater am Dragonerstall (an der Stelle der heutigen Laeiszhalle), das als sogenannte Theaterbude an durch das Land ziehende Schauspielgruppen vermietet wurde. Erst durch einen Prozess gegen den Senat 1809, den die resolute Frau gewann, konnte das „Theater im Engelsaal“, dessen Name sich von den goldenen Engeln an der Balustrade herleitete, eröffnet werden. Fortan wurden in diesem Theater, dessen Räumlichkeiten heute historisch getreu rekonstruiert wurden, und das inzwischen unter Denkmalschutz steht, vorwiegend Hamburger Volksstücke und musikalische Possen gespielt. Auch nach dem Tod der Witwe Hantje wurde der Theatersaal von den neuen Eigentümern, der Familie Tütje, weitergeführt. Die eigentliche Konzession erwirbt dann 1842 der Direktor des „Theaters in der Steinstraße“ Charles Maurice Schwarzenberger, der sich Cherie Maurice nennt und 1843 mit dieser Urkunde das „Thalia-Theater“ gründet.

Als um 1920 das Haus noch einmal umgebaut wurde, der große Unions-Festsaal vergrößert und das Etablissement in Neustädter Gesellschaftssäle umbenannt wurde, wurde der Engelsaal geschlossen. In diese Räume zogen die Hamburger Volkszeitung und eine Druckerei ein. Nach dem Kriege wurden die Räumlichkeiten u.a. als Versteigerungssaal eines Hamburger Auktionshauses genutzt.

Das Haus verfiel zusehends und erst 1997 konnte es durch private Investitionen in den alten Zustand zurückversetzt werden. Der Engelsaal wurde fortan als Kulturraum wiedergenutzt und durch Karl-Heinz Wellerdiek nach rund 85 Jahren am 3. März 2005 als Theater wiederbelebt.

Neben der Staatsoperette in Dresden, der Musikalischen Komödie der Oper Leipzig und dem Staatstheater am Gärtnerplatz in München ist der Hamburger Engelsaal das einzige private Operettenhaus Deutschlands mit Repertoire-Programm.

Engelsaal-Logo2009-RGB4c.png 1 Jahr ago
Showing 1 result